Universal Design of Research in der SELODY-Studie

Die Studiengestaltung ist einer der wichtigsten Aspekte einer Studie und muss schon bei der Planung bis ins Detail durchgedacht und festgelegt werden. Klar, man kann nie alles voraussehen (und das macht das Ganze ja auch spannend). Aber zwei Dinge, die man sehr gut planen kann, sind die Umgebung, in der eine Studie stattfinden wird, und die Materialien, die für die Teilnehmenden zusammengestellt werden. Beides muss immer barrierefrei zugänglich sein. Das heisst, alle Menschen sollten unabhängig von einer möglichen Beeinträchtung problemlos Zugang haben. In diesem Video werden Barrierefreiheit sowie andere wichtige Begriffe aus der Behindertenrechtskonvention super erklärt:

Für SELODY mussten wir uns überlegen, wie wir die Studienumgebung und die Studienmaterialien – das Rekrutierungsmaterial, die Fragebögen, die Weihnachtsbriefe und so weiter – so gestalten, dass sie für alle Teilnehmenden unabhängig von ihrem Seh- und Hörvermögen zugänglich sind. Wir haben uns dabei an den Handlungsempfehlungen  des sogenannten «Universal Design of Research» (etwa: Universelle Gestaltung von Forschung) orientiert. Oberstes Ziel dieses Konzepts ist es, die Barrierefreiheit in der Forschung zu garantieren.

Dementsprechend haben wir uns als erstes mit Expertinnen und Experten zu Seh- und Hörsehbeeinträchtigungen zusammengesetzt und uns darüber ausgetauscht, welche Rahmenbedingungen im Kontext unserer Studie spezifisch berücksichtigt werden müssen. Wir haben dabei viel gelernt, eine Menge Empfehlungen mitgenommen und später auch umgesetzt. Hier haben wir drei Beispiele ausgesucht unter vielen anderen:

  • Für Personen mit einer Hörbeeinträchtigung wurden die Studieninfos zur Rekrutierung von Teilnehmenden als Video in Gebärdensprache aufgenommen.
  • An der Hauptbefragung konnte online, am Telefon oder per Post teilgenommen werden, um allen eine flexible Teilnahme zu ermöglichen, bei der sie möglichst nicht auf die Unterstützung von anderen Personen angewiesen waren.
  • Für Personen mit einer Sehbeeinträchtigung wurde der Papierfragebogen einseitig, nicht geheftet und bei Bedarf auf farbigem Papier gedruckt, damit Hilfsmittel wie Lesegeräte optimal genutzt werden konnten.

Die Umsetzung dieser und weiterer Designentscheidungen ermöglicht eine Teilnahme von möglichst vielen Menschen an unserer Studie. Damit führt sie nicht nur zu repräsentativeren Daten, sondern fördert auch die Inklusion von Menschen, die mit einer Beeinträchtigung leben. Das ist dem Studienteam und dem SZBLIND als Auftraggeber von SELODY ein sehr wichtiges Anliegen.

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